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Stopf die Lecks

Notgroschen, teure Schulden, versteckte Gebühren. Erst die Löcher flicken, dann automatisieren. Sonst investierst du in ein Fass ohne Boden.

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Pump kein Wasser in einen Tank mit Loch#

Investieren, während der Dispo läuft, ist wie mehr PS für ein Auto mit plattem Reifen. Fühlt sich schnell an. Bringt dich nirgendwohin.

Dieses Level hat vier Schritte, und die Reihenfolge zählt. Nicht vorspulen.

Schritt 1: der Notgroschen#

Der Notgroschen ist Geld für alles, was schiefgeht: Job weg, Heizung kaputt, Laptop tot, Zahnarztrechnung.

Die übliche Regel sind drei bis sechs Monatsausgaben. Nimm deine Monatsausgaben aus Level 1 und multipliziere.

  • Drei Monate, wenn dein Einkommen stabil ist, niemand finanziell von dir abhängt und deine Fixkosten niedrig sind.
  • Sechs Monate, wenn du selbstständig bist, allein verdienst oder dein Einkommen schwankt.

Park ihn auf einem separaten Tagesgeldkonto, an das du sofort rankommst, in der Währung, in der du deine Rechnungen zahlst. Überall in der EU deckt die Einlagensicherung bis zu 100.000 € pro Einleger und Bank ab. Das Land der Bank ist also weniger wichtig als die Tatsache, dass es eine Bank ist. Nicht in Aktien. Und auch nicht auf dem Girokonto, wo er still und leise im Alltag versickert. Sein Job ist, da zu sein. Rendite ist nicht sein Job.

Und er kann noch was: Er schützt deine Geldanlage. Wer keinen Puffer hat, muss Aktien verkaufen, wenn das Leben dazwischenkommt. Und das Leben hat ein Talent dafür, genau dann dazwischenzukommen, wenn die Kurse unten sind.

Schritt 2: teure Schulden loswerden#

Liste jede Schuld mit Restbetrag und Zinssatz auf. Für dein Nettovermögen hast du sie schon gesammelt, das ist also Copy-and-paste.

Dann sortierst du nach Zinssatz, der höchste zuerst. Dispo, Kreditkartensalden und „Jetzt kaufen, später zahlen“-Angebote stehen meist ganz oben.

Zahl überall die Mindestrate und wirf jeden freien Euro auf die Schuld mit dem höchsten Zins. Ist sie weg, kommt die nächste dran.

Regierungen machen das anders: Die schieben ihre Schulden ewig vor sich her und reichen die Rechnung an Leute weiter, die noch nicht wählen dürfen. Du hast keine Zentralbank im Keller. Du musst deine zurückzahlen.

Ein Immobilienkredit oder ein günstiger Studienkredit ist eine andere Liga. Bei niedrigem Zins und langer Laufzeit kannst du parallel investieren. Meine Grenze: Alles, was mehr kostet, als du von einem breit gestreuten Portfolio realistisch erwarten kannst, fliegt zuerst raus.

Schritt 3: die Gebührenlecks finden#

Gebühren sehen winzig aus, weil sie in Prozent pro Jahr angegeben werden. Das ist kein Zufall. Berechnet werden sie auf dein gesamtes Guthaben, jedes Jahr, egal ob das Produkt was taugt oder nicht.

Erst schätzen

Die üblichen Verdächtigen:

  • Aktiv gemanagte Fonds: laufende Kosten pro Jahr, oft plus Ausgabeaufschlag beim Kauf.
  • Geldanlage im Versicherungsmantel: Renten- oder Lebensversicherungen, die Fonds in einen Versicherungsvertrag packen. Jedes Land hat seine eigene Geschmacksrichtung, meist mit einem Steuervorteil vorne drauf und den Kosten nirgends. Du zahlst für den Mantel, die Vertriebsprovision und die Fonds. Drei Rechnungen, ein Produkt. Deine Bank nennt das Beratung. Ich nenne es ein Verkaufsgespräch mit Zimmerpflanze.
  • Konten und Depots: monatliche Kontogebühren, Depotgebühren, Kartengebühren.
  • Tote Abos: keine Anlagegebühr, aber derselbe Mechanismus.

Dein Sparplan hat andere Zahlen. Trag sie ein.

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€
Jahre
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Zum ganzen Check

Also: Kram zu jedem Produkt, das du besitzt, die Kosteninformation raus. Bei Fonds und Versicherungsanlageprodukten, die in der EU verkauft werden, ist das das Basisinformationsblatt, und der Anbieter muss es dir geben. Bei Fonds brauchst du die laufenden Kosten pro Jahr. Bei Versicherungsprodukten fragst du den Anbieter nach den jährlichen Gesamtkosten in Prozent und nach dem aktuellen Rückkaufswert. Wird die Antwort schwammig, ist das auch eine Antwort.

Schritt 4: automatisieren#

Willenskraft ist ein schlechtes System. Ein Dauerauftrag ist ein gutes.

Richte Überweisungen für den Tag nach dem Gehaltseingang ein:

  1. Auf den Notgroschen, bis er voll ist.
  2. Auf die Schuld mit dem höchsten Zins, bis sie weg ist.
  3. Später auf deinen Sparplan. Der kommt in Level 4.

Was dann noch auf dem Girokonto liegt, darfst du ausgeben. Ohne schlechtes Gewissen, ohne Budget-App. Du bezahlst zuerst dich selbst und lebst vom Rest.

Ist ein Schritt erledigt, leitest du die Überweisung auf den nächsten um. Sonst verschwindet das frei gewordene Geld im Alltag, und du merkst nicht mal, wohin.

Diese Lektion ist Bildung, keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.

Nächstes Level: Der Tank ist dicht, jetzt lernst du den Motor kennen – Zinseszins, Aktien und ETFs.

Mission

Quiz · 3 Fragen

F1 Wohin gehört ein Notgroschen?
F2 Du hast über deinen Puffer hinaus 2.000 € gespart und einen Kreditkartensaldo mit hohem Zins. Was kommt zuerst?
F3 Warum fallen jährliche Kosten von 1,8 % über Jahrzehnte so stark ins Gewicht?

Quellen#

Level 2

Fertig gelesen?

Mission abhaken, Quiz beantworten, XP abholen. Oder hol sie dir einfach so, ich bin nicht dein Lehrer.

Level 3: Der Motor

Wissen, keine Beratung. Ich kenne deine Situation nicht, und vergangene Renditen versprechen gar nichts. Prüf meine Zahlen, dann entscheide selbst. Du bist erwachsen.