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Bau die Maschine

Regulierter Broker, ein weltweiter UCITS-Aktien-ETF, ein sicherer Teil, eine Aufteilung zum Durchschlafen und ein Sparplan. Ein Abend. Ganz ohne Bankberater.

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Vier Teile, mehr nicht#

Die Maschine hat vier Teile: einen Broker, einen Wachstumsteil, einen sicheren Teil und einen Sparplan. Das richtest du an einem Abend ein. Der Finanzbranche wäre es lieber, du würdest glauben, dafür brauche man ein Studium und einen Berater.

Broker oder Fonds nenne ich hier nicht. Angebote ändern sich, und du sollst nach Kriterien wählen können. Kriterien laufen nicht ab.

Teil 1: ein regulierter Broker#

Ein Broker ist das Depot, in dem deine Fonds liegen. Prüf diese Punkte:

  • Regulierung: in einem EU-Land zugelassen und beaufsichtigt. Das Unternehmen steht im öffentlichen Register der Aufsichtsbehörde. Dank Binnenmarkt darf ein Broker mit Zulassung in einem EU-Land auch Kunden in den anderen bedienen. Dein Broker muss also nicht dort sitzen, wo du wohnst.
  • Kosten: Depotgebühr, Ordergebühr, Sparplangebühr, Währungsgebühr. Lies das Preisverzeichnis, nicht die Startseite.
  • Sparpläne: Der ETF, den du willst, ist als monatlicher Sparplan verfügbar, mit einem Betrag, der zu dir passt.
  • Steuern: In manchen Ländern führt ein inländischer Broker die Steuer für dich ab. Deutschland und Österreich machen das so. Bei einem Broker mit Sitz im Ausland gibst du sie in der Regel selbst in der Steuererklärung an. Klär, was von beidem du dir einhandelst, bevor du das Depot eröffnest, nicht in der Woche, in der die Steuererklärung fällig ist.
  • Langweiliges Geschäftsmodell: Die App sollte dich nicht zu Hebelprodukten oder täglichem Traden drängen. Feiert sie jede Order mit Konfetti, ist sie ein Casino mit hübscherer Schrift.

Erst schätzen

Teil 2: der Wachstumsteil#

Für den Wachstumsteil würde ich einen einzigen weltweiten Aktien-ETF nehmen. Ein Fonds, Tausende Unternehmen, fertig.

Worauf du achtest:

  • UCITS: das EU-Regelwerk für Fonds, die an Privatanleger verkauft werden (deutsch: OGAW). Es regelt Streuung, Verwahrung und Transparenz. Du erkennst es am Fondsnamen oder im Basisinformationsblatt.
  • Breiter Index: Industrieländer oder Industrie- plus Schwellenländer. Beides funktioniert. Den Vergleich findest du in Ein ETF oder zwei.
  • Niedrige laufende Kosten: Was Gebühren in 30 Jahren anrichten, hast du in Level 2 gesehen.
  • Größe und Alter: Ein großer Fonds, den es seit mehreren Jahren gibt, wird kaum geschlossen.
  • Thesaurierend oder ausschüttend: ob Dividenden wieder angelegt oder ausgezahlt werden. Details in Thesaurierend oder ausschüttend.

Und bitte: Verbring nicht drei Wochen damit, zwei fast identische Fonds zu vergleichen. Das ist keine Recherche, das ist Aufschieberitis mit Excel. Der Unterschied zwischen den beiden ist winzig gegen den Unterschied zwischen Anfangen und Nichtanfangen.

Teil 3: der sichere Teil#

Der sichere Teil soll nicht viel verdienen. Er soll stillhalten, wenn Aktien es nicht tun.

Typische Bausteine sind ein Tagesgeldkonto, Festgeld oder ein Fonds mit kurz laufenden Staatsanleihen von hoher Bonität. Halt ihn in der Währung, in der du dein Geld ausgibst: Euro für die meisten, Franken, Złoty oder Kronen für den Rest.

Der Notgroschen aus Level 2 gehört nicht dazu. Der bleibt getrennt.

Aufteilung: der Schlaftest#

Wie viel in Aktien geht und wie viel in den sicheren Teil, ist die wichtigste Entscheidung in diesem Level. Wichtiger als die Frage, welchen ETF du nimmst.

Die Theorie sagt: langer Horizont, hoher Aktienanteil. Die Praxis sagt: Die beste Aufteilung ist die, die du im Crash nicht über Bord wirfst. Und ich rechne damit, dass du das früher testen darfst, als dir lieb ist.

Erst schätzen

Jetzt tausch die 10.000 € gegen den Betrag, den du in 15 Jahren voraussichtlich besitzt. Schau auf den Verlust in Euro, nicht in Prozent. Prozent sind abstrakt. Euro sind ein Auto. Willst du bei der Zahl verkaufen, geh eine Zeile tiefer.

Ein niedrigerer Aktienanteil kostet dich erwartete Rendite. Am Tiefpunkt verkaufen kostet dich deutlich mehr.

Teil 4: der Sparplan#

Ein Sparplan kauft deinen ETF automatisch jeden Monat für einen festen Betrag. Er hat keine Meinung und liest keine Nachrichten. Damit ist er klüger als die meisten Anleger.

  • Betrag: was deine Sparquote aus Level 1 hergibt, sobald der Notgroschen voll ist und die teuren Schulden weg sind.
  • Termin: direkt nach dem Gehaltseingang.
  • Verteilung: nach deiner Aufteilung. Bei 70/30 und 400 € im Monat gehen 280 € in den ETF und 120 € in den sicheren Teil.

Du kaufst mehr Anteile, wenn die Kurse niedrig sind, und weniger, wenn sie hoch sind. Noch besser: Du musst nie entscheiden, ob heute ein guter Tag zum Investieren ist.

Erhöh den Betrag mit jeder Gehaltserhöhung. Die Hälfte jeder Erhöhung für den Sparplan, die Hälfte fürs Leben. Die Regel funktioniert, ohne wehzutun.

Rebalancing: einmal im Jahr#

Mit der Zeit driften die Teile auseinander. Nach guten Aktienjahren steht ein 70/30-Portfolio vielleicht bei 78/22.

Prüf die Aufteilung einmal im Jahr. Liegt sie um mehr als etwa fünf Prozentpunkte daneben, stell sie wieder her: Lenk frisches Geld in den Teil, der zu klein ist, oder schichte um. Verkäufe können Steuern auslösen, deshalb ist frisches Geld die erste Wahl. Das Finanzamt braucht kein Trinkgeld von dir.

Das ist der komplette Wartungsplan. Eine ausführlichere Anleitung steht in Investieren in Europa.

Historische Crashs und Renditen sind keine Versprechen für die Zukunft. Diese Lektion ist Bildung, keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.

Nächstes Level: Die Maschine läuft, und du lernst, sie nicht kaputt zu machen – Steuern, Crashs und dein eigener Kopf.

Mission

Quiz · 3 Fragen

F1 Was sagt dir UCITS über einen Fonds?
F2 Was sollte über deine Aufteilung zwischen Aktien und sicherem Teil entscheiden?
F3 Dein 70/30-Portfolio steht nach einem starken Jahr bei 78/22. Was ist die erste Wahl fürs Rebalancing?

Quellen#

Level 4

Fertig gelesen?

Mission abhaken, Quiz beantworten, XP abholen. Oder hol sie dir einfach so, ich bin nicht dein Lehrer.

Level 5: Mach sie nicht kaputt

Wissen, keine Beratung. Ich kenne deine Situation nicht, und vergangene Renditen versprechen gar nichts. Prüf meine Zahlen, dann entscheide selbst. Du bist erwachsen.